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Was Facesitting ist
Facesitting bedeutet, dass eine Person sich über das Gesicht einer anderen setzt und sich mit Mund und Zunge stimulieren lässt. Die untere Person liegt auf dem Rücken, die obere kniet oder hockt über ihrem Kopf.
Für dieselbe Praktik kursieren mehrere Namen, und sie meinen nicht ganz dasselbe. Queening steht für die Variante mit einer Vulva, Kinging für die mit Penis und Hoden. Beide Begriffe stammen aus dem BDSM, wo die Position als Thron gelesen wird. Die Abkürzung SOMF kommt aus Foren und Kontaktanzeigen, sie steht für „sit on my face“ und ist schlicht die Aufforderung.
Wer oben sitzt, ist dabei nicht festgelegt. In den meisten Ratgebern sitzt eine Frau auf dem Gesicht eines Mannes, weil das die häufigste Konstellation ist. An der Mechanik ändert eine andere Rollenverteilung nichts: Es bleibt eine Person mit voller Beweglichkeit über einer Person, deren Kopf zwischen zwei Oberschenkeln liegt.
Ein Fetisch ist Facesitting deshalb noch nicht. Davon spricht man erst, wenn Erregung ohne diese Praktik kaum noch möglich ist. Für die meisten ist es eine Stellung unter mehreren, die deutlich intensiver ausfällt als klassischer Oralsex.
Warum es für beide Seiten funktioniert
Oben liegt der Reiz in der Kontrolle über Druck, Winkel und Tempo. Unten liegt er im genauen Gegenteil davon.
Beim klassischen Oralsex bestimmt die leckende Person, wo ihre Zunge hingeht. Beim Facesitting kehrt sich das um. Wer oben sitzt, verschiebt das Becken um einen Zentimeter und trifft damit die Stelle, die gerade zählt, statt sie zu beschreiben. Dazu kommt Druck, den keine Zunge allein erzeugt: Das eigene Körpergewicht presst Klitoris oder Damm gegen Lippen, Kinn und Nasenrücken.
Für die Person unten ist der Reiz ein anderer. Der Kopf liegt fest, das Sichtfeld ist weg, der Geruch füllt alles aus, und die eigene Bewegungsfreiheit endet an zwei Oberschenkeln. Diese Mischung aus Ausgeliefertsein und sehr direkter Nähe erklärt, warum die Praktik im BDSM so verbreitet ist, obwohl daran nichts Schmerzhaftes ist.
Bemerkenswert daran ist, wie wenig eindeutig die Machtverhältnisse tatsächlich liegen. Die sitzende Person steuert die Situation und ist gleichzeitig darauf angewiesen, dass unten jemand mitarbeitet. Wer das mitdenkt, versteht auch, warum Absprachen hier so viel bringen und warum die Person unten in der Praxis meistens diejenige ist, die das Tempo vorgibt.
Die drei Höhenstufen
Wie weit die obere Person ihr Gewicht absinken lässt, entscheidet über Intensität, Ausdauer und Sicherheit in einem. Drei Stufen decken alles ab, was in der Praxis vorkommt.
In der Brustposition ruht das Gewicht auf dem Brustkorb, das Becken schwebt darüber, das Gesicht bleibt frei. Die Zunge muss dafür weiter strecken, und genau deshalb ist diese Stufe die richtige für den Anfang. Sie fühlt sich nach Facesitting an, ohne dass jemand die Atemfrage stellen muss.
Die Schwebeposition ist die Stufe, in der die meisten Sessions stattfinden. Das Becken liegt über dem Mund, das Gewicht bleibt auf Knien und Schienbeinen, und wer oben sitzt, stützt sich zusätzlich am Kopfteil oder an der Wand ab. Die Nase bleibt frei, Luft kommt seitlich zwischen Oberschenkel und Wange vorbei. Diese Stufe trägt zwanzig Minuten, wenn die Oberschenkel mitmachen.
Fullweight heißt, dass die obere Person ihr Gewicht ablegt und Nase und Mund gleichzeitig verschlossen sind. Das ist kein Zustand, sondern ein Moment. Als Faustregel: absetzen, bevor die Person unten es einfordert. Wer Fullweight über längere Zeit fährt, betreibt Atemreduktion, und das ist eine andere Praktik mit einem anderen Risikoprofil.
Die Positionen im Vergleich
Die Höhenstufe bestimmt die Intensität, die Position bestimmt, was der Mund erreicht und wie lange oben jemand durchhält. Sechs Varianten decken das Feld ab.
| Position | Wie sie aussieht | Atemfreiheit | Anstrengung oben | Für den Anfang |
|---|---|---|---|---|
| Vorwärts (klassisch) | Blick Richtung Körper der unteren Person, Knie seitlich neben dem Kopf | hoch, Nase bleibt seitlich frei | mittel, die Oberschenkel arbeiten | ja |
| Reverse | Blick Richtung Füße, Anus über dem Mund, Vulva über Kinn und Hals | hoch | mittel | eingeschränkt, weil der Blick auf das Gesicht fehlt |
| Seitlich | Quer über dem Gesicht, ein Bein über dem Brustkorb | sehr hoch | gering | ja, die sanfteste Variante |
| 69 | Beide stimulieren gleichzeitig, das Gewicht geht nach vorn | hoch | gering | ja |
| Hocke | Füße auf der Matratze, Becken lässt sich in Millimetern heben und senken | frei steuerbar | hoch, die Beine ermüden schnell | nein |
| Bekleidet | Über Jeans, Strumpfhose oder Latex, jede der Positionen möglich | vollständig | mittel | ja, niedrigste Schwelle |
Die Reverse-Variante verdient einen Hinweis, weil sie in Anleitungen als reine Blickrichtungsfrage auftaucht. Tatsächlich landet dabei der Anus über dem Mund, und damit gelten die Hygieneregeln weiter unten in diesem Artikel. Wer das nicht will, dreht sich um.
Was die Person unten tut
Die untere Position ist nicht passiv. Zwei Dinge entscheiden darüber, ob eine Session zwanzig Minuten trägt oder nach drei vorbei ist: der Winkel des Nackens und was der Kiefer macht.
Der häufigste Fehler passiert, bevor sich irgendjemand hinsetzt, nämlich ein dickes Kissen unter dem Kopf. Es fühlt sich bequem an und knickt den Nacken nach vorn, und genau diese Haltung verengt den Rachen. Das Erste-Hilfe-Prinzip läuft andersherum: Das Österreichische Rote Kreuz beschreibt, dass bei erschlaffter Muskulatur der Zungengrund nach hinten sinken und die Atemwege blockieren kann und dass ein nach hinten überstreckter Kopf die Atemwege frei macht. Für Facesitting heißt das: flache Unterlage, und wenn ein Kissen, dann unter die Schultern statt unter den Hinterkopf. Das Kinn zeigt dann leicht nach oben, der Rachen ist offen, und der Mund kommt der Vulva sogar entgegen.
Der Kiefer ist der zweite Punkt. Wer den Mund weit aufsperrt und dort hält, hat nach ein paar Minuten Schmerzen im Kiefergelenk und keine Kraft mehr. Besser ist ein locker geöffneter Mund, bei dem die Zunge die Arbeit macht und die Lippen mitgehen. Die Zunge selbst arbeitet flach und breit statt spitz, weil eine flache Zunge mehr Fläche abdeckt und langsamer ermüdet.
Die Hände gehören an die Hüften oder an die Oberschenkel der oberen Person, solange sie frei sind. Das hat zwei Funktionen. Erstens lässt sich damit steuern, wie tief jemand absinkt. Zweitens ist ein Griff, der plötzlich fester wird, das erste Signal, das oben ankommt, bevor überhaupt jemand etwas sagen muss.
Ein Detail zum Schluss, das selten irgendwo steht: Nasenatmung funktioniert in dieser Position nur begrenzt, weil der Nasenrücken meistens Kontakt hat. Wer unten liegt, atmet deshalb überwiegend durch den Mund, also in kurzen Pausen zwischen den Zungenbewegungen. Rhythmus schlägt Ausdauer.
Atmen, Signale, Abbruch
Ein gesprochenes Safeword funktioniert beim Facesitting nicht, weil der Mund besetzt ist. Diese Praktik braucht ein abgestuftes Signalsystem, das ohne Sprache auskommt.
Die meisten Ratgeber enden bei „vereinbart ein Safeword“. In der Praxis scheitert das an der Physik: Wer eine Vulva auf dem Mund hat, bringt kein Wort heraus, und ein Brummen kann alles bedeuten. Dazu kommt ein zweites Problem, das noch seltener bedacht wird. Nicht jeder Abbruchwunsch ist ein Notfall. Oft geht es nur darum, kurz Luft zu holen oder den Nacken zu entlasten, und dafür braucht niemand das Ende der Session.
| Stufe | Zeichen | Bedeutung | Was oben passiert |
|---|---|---|---|
| 1 | Zwei kurze Klopfer auf den Oberschenkel | „Kurz hoch, ich hole Luft“ | Becken für ein paar Sekunden anheben, danach weiter |
| 2 | Flache Hand mit Dauerdruck auf Hüfte oder Oberschenkel | „Runter vom Gesicht, ich brauche eine Pause“ | Aufstehen, Pause, nachfragen |
| 3 | Ein Gegenstand fällt aus der Hand, zum Beispiel ein Schlüsselbund | „Sofort und ganz aufhören“ | Session ist beendet, Aftercare |
Stufe drei ist der Grund, warum sich ein Gegenstand in der Hand bewährt hat. Er funktioniert auch dann noch, wenn die Hände gefesselt sind, wenn jemand die Orientierung verliert oder wenn die Kraft für gezieltes Klopfen fehlt. Ein Schlüsselbund eignet sich besonders, weil er beim Fallen Lärm macht und deshalb auch bemerkt wird, wenn oben gerade niemand hinschaut.
„Zwei Klopfer heißt kurz hoch, Hand drauf heißt Pause, Schlüssel fällt heißt Ende.“
Diesen Satz einmal auszusprechen dauert zehn Sekunden und ersetzt die halbe Diskussion hinterher. Dazu kommt eine Zeitregel. In Fullweight-Momenten zählt die obere Person mit, statt sich auf ihr Gefühl zu verlassen, denn im Rausch vergeht Zeit anders. Fünf bis zehn Sekunden sind ein Moment, dreißig Sekunden sind lang, und wer eine Minute plant, plant etwas anderes.
Damit zur Abgrenzung, die hier nicht fehlen darf. Absichtliche Atemreduktion ist eine eigene Spielart mit einem eigenen Risikoprofil. Sauerstoffmangel kündigt sich nicht zuverlässig an, Bewusstlosigkeit kann ohne Vorwarnung eintreten, und eine bewusstlose Person gibt kein Zeichen mehr. Beim Facesitting im hier beschriebenen Sinn ist eingeschränkte Atmung ein Nebeneffekt, den man klein hält, und kein Ziel.
Gefesseltes Facesitting verschärft die Signalfrage, statt sie zu lösen. Wer die Hände der unteren Person fixiert, nimmt ihr die Stufen eins und zwei und lässt nur den Gegenstand übrig. Deshalb gilt hier eine klare Regel: Fesseln, die sich mit einer Bewegung öffnen lassen. Keine Schlösser, keine Knoten, die man im Halbdunkel erst suchen muss. Passende Modelle stehen unter Bondage-Sets und Sex-Fesseln.
Klettmanschetten gehen mit einer Bewegung auf, auch von der gefesselten Person selbst. Genau das ist beim Facesitting der Punkt, an dem Klettverschluss gegen Metall gewinnt.
Zum ProduktQueening-Stuhl und Smotherbox
Facesitting-Möbel lösen die zwei Probleme, an denen lange Sessions scheitern: brennende Oberschenkel oben und ein belasteter Nacken unten.
Nach einigen Minuten in der Hocke oder im Kniestand melden sich die Beine. Wer dann nachlässt, sinkt ab, und zwar genau in dem Moment, in dem er es nicht will. Das ist der eigentliche Grund für Facesitting-Möbel, nicht die Optik.
Drei Bauarten sind verbreitet. Der Queening-Stuhl ist ein niedriger Hocker mit einer Öffnung in der Sitzfläche; der Kopf liegt darunter, die obere Person sitzt entspannt und kann sich je nach Modell sogar anlehnen. Die Smotherbox ist eine geschlossene Kiste mit einer Kopföffnung an der Seite. Sie fixiert zusätzlich und ist deshalb im Machtspiel beliebter, verlangt aber umso mehr, dass das Signalsystem vorher steht. Sitzaufsätze für Fesselliegen sind die dritte Variante und lohnen sich nur dort, wo eine Liege ohnehin steht.
Beim Material zählt Abwaschbarkeit, weil bei dieser Praktik Körperflüssigkeiten dazugehören. Lackiertes Holz, pulverbeschichtetes Metall und beschichtetes Kunstleder lassen sich feucht abwischen, unbehandeltes Holz und Stoffbezüge nicht. Die Modelle im Sortiment stehen in der Kategorie BDSM-Toilette, größere Konstruktionen in der Übersicht BDSM-Möbel.
Die offene Sitzfläche nimmt das Gewicht auf, statt es auf dem Gesicht abzulegen. Damit fallen beide Probleme aus diesem Kapitel weg: Die Oberschenkel müssen nichts halten, und der Kopf liegt frei darunter.
Zum ProduktZum Selbstbau, der im Netz gern empfohlen wird, ein nüchterner Hinweis: Eine Konstruktion, die über dem Kopf eines Menschen nachgibt, ist keine Bagatelle. Wenn selbst gebaut, dann mit einer Sitzfläche, die das doppelte Körpergewicht trägt, und mit einem Belastungstest, bevor jemand darunter liegt.
Ausstattung fürs Facesitting im Überblick
Bekleidet anfangen
Die niedrigste Einstiegsschwelle ist Facesitting über Stoff. Es beantwortet die Geruchsfrage und die Hygienefrage auf einmal und behält alles andere.
Bekleidetes Facesitting läuft als Jeanssitting, wenn eine Jeans im Spiel ist. Für viele ist es keine Vorstufe, sondern die eigentliche Sache: Der Stoff dämpft, der Druck bleibt, das Machtgefälle sowieso.
Welches Material passt, hängt davon ab, was gewünscht ist. Jeans und feste Baumwolle geben Reibung und Struktur, sind an den Lippen aber rau. Feine Strumpfhosen lassen Wärme und Feuchtigkeit durch, sodass kaum etwas verloren geht. Latex und Lack machen das Gegenteil: Sie schließen alles ab und ersetzen den Körpergeruch durch Materialgeruch, was für Menschen mit einer Vorliebe für Latex-Dessous oder Lack und Leder gerade der Punkt ist. Dazwischen liegen Teile mit offenem Schritt, bei denen die Session bekleidet aussieht und trotzdem direkten Kontakt zulässt.
Genau die Zwischenstufe aus diesem Absatz: Latex an den Oberschenkeln und am Bauch, offener Schritt in der Mitte. Die Session bleibt optisch bekleidet, der Kontakt ist trotzdem direkt.
Zum ProduktDer praktische Wert liegt woanders: Ein bekleideter Durchgang kostet nichts und klärt in fünf Minuten, ob beide die Position überhaupt mögen. Wer danach weitermachen will, macht weiter. Wer feststellt, dass er unten Platzangst bekommt, hat es ohne peinliche Situation herausgefunden.
Hygiene und Schutz
Beim Facesitting hat der Mund direkten Kontakt mit Vulva oder Anus. Beim Anus liegt die Infektionsfrage, die tatsächlich relevant ist.
Die Deutsche Aidshilfe beschreibt den Weg für Hepatitis A eindeutig: Das Virus wird über den Darm ausgeschieden und über den Mund aufgenommen, und beim Sex ist eine Infektion durch Kontakt des Mundes mit dem Anus möglich. Wer regelmäßig in der Reverse-Position landet, klärt eine Hepatitis-A-Impfung sinnvollerweise beim Hausarzt ab.
Dazu die Regel, die im Eifer am häufigsten gebrochen wird. Der Wechsel von der Vulva zum Anus ist unproblematisch, der Weg zurück nicht. Darmbakterien in der Vagina sind die klassische Ursache für Beschwerden, die zwei Tage später auftauchen. Also entweder in dieser Reihenfolge bleiben oder dazwischen abwischen.
Über Lecktücher steht in Facesitting-Ratgebern regelmäßig, sie seien hier nicht verwendbar, weil sie nicht halten. Das greift zu kurz. Ein Lecktuch ist laut LIEBESLEBEN der BZgA ein 15 Zentimeter breites und 15 bis 25 Zentimeter langes Tuch aus Latex oder latexfreiem Material, das auf Vulva oder Anus gelegt wird. Von allein hält es in dieser Position wirklich nicht, aber die obere Person hat die Hände frei und kann es selbst an Ort und Stelle halten. Dieselbe Quelle nennt zwei Punkte, die kaum jemand kennt: Ein längs aufgeschnittenes Kondom ist ein sicherer Ersatz, Frischhaltefolie dagegen nicht. Und bei Latex gehört wasserlösliches oder fettfreies Gleitmittel dazu, damit das Material nicht angegriffen wird. Kondome zum Aufschneiden gibt es in der Kategorie Kondome.
Der Rest ist Vorbereitung und schnell erledigt. Duschen vor der Session, im Intimbereich ohne parfümiertes Duschgel, weil die Schleimhaut darauf gereizt reagiert. Frisch rasierte Haut ist am selben Tag empfindlicher als sonst, das gilt oben wie unten. Und wer den Geruch zum Thema machen will, macht ihn vorher zum Thema, nicht danach.
Das erste Mal: ein Ablauf, der funktioniert
Ein erster Versuch braucht keine Ausrüstung, sondern eine Reihenfolge. Diese hier dauert keine halbe Stunde und beginnt angezogen.
- Signale vereinbaren und einmal laut aussprechen, bevor sich jemand auszieht
- Unterlage prüfen: flach, höchstens ein dünnes Kissen unter den Schultern, nichts Dickes unter dem Hinterkopf
- Einen Gegenstand in die Hand der unteren Person legen, auch ohne Fesseln
- Bekleidet anfangen, zwei Minuten in Brustposition, danach kurz reden
- In die Schwebeposition wechseln und dort bleiben, Fullweight frühestens beim nächsten Mal
- Nach dem Absteigen: Wasser, Decke, und die Frage, was gut war und was nicht
Auffällig an dieser Reihenfolge ist, dass fast alle ausgerechnet den ersten Punkt weglassen. Die Signalabsprache dauert zwanzig Sekunden und entscheidet darüber, ob Facesitting eine Praktik wird, die ihr behaltet, oder eine, die ihr einmal ausprobiert und nie wieder anfasst.
Häufige Fragen zum Facesitting
Spielt das Körpergewicht der oberen Person eine Rolle?
Weniger, als die meisten annehmen. Entscheidend ist nicht das Gesamtgewicht, sondern wie viel davon tatsächlich abgelegt wird. In der Schwebeposition tragen Knie und Schienbeine die Last, unabhängig davon, wie schwer jemand ist. Wer mehr wiegt, braucht dafür etwas mehr Kraft in den Oberschenkeln und profitiert entsprechend stärker von einem Queening-Stuhl.
Was tun, wenn unten Panik oder Platzangst aufkommt?
Sofort aufstehen, Licht an, Fenster auf, und die Person erst mal frei sitzen lassen. Panik in dieser Position hat oft weniger mit Luftmangel zu tun als mit dem Gefühl, festzustecken. Beim nächsten Versuch hilft es, in der Brustposition zu bleiben, die Hände frei zu lassen und die Session vorher zeitlich zu begrenzen. Wer weiß, dass es nach fünf Minuten ohnehin vorbei ist, gerät seltener in den Zustand.
Was, wenn ich unsicher wegen des Geruchs bin?
Diese Unsicherheit ist der häufigste Grund, warum Facesitting im Kopf bleibt und nie stattfindet. Zwei Dinge helfen: bekleidet anfangen, damit der direkte Kontakt entfällt, und die Frage vorher stellen statt hinterher zu grübeln. Für viele Menschen unten ist der Geruch nicht das Hindernis, sondern ausdrücklich der Reiz. Intimdeos und parfümierte Duschgele sind übrigens keine Lösung, weil sie die Schleimhaut reizen.
Funktioniert Facesitting mit Bart?
Ja, und ein weicher Vollbart wird von vielen sogar bevorzugt. Das Problem sind Stoppeln: Ein bis drei Tage alte Barthaare wirken auf Schleimhaut wie feines Schleifpapier, und die Rötung fällt oft erst danach auf. Entweder frisch rasiert oder ausreichend lang, dazwischen liegt die unangenehme Zone.
Kann die untere Person dabei selbst zum Orgasmus kommen?
Ja, und es gibt drei übliche Wege. Die obere Person greift nach hinten, die untere Person nutzt eine Hand oder ein Toy selbst, oder ihr wechselt in die 69-Position. Für viele ist die Sache aber gerade dadurch reizvoll, dass unten nichts passiert und die eigene Erregung erst danach an die Reihe kommt.
Geht Facesitting während der Menstruation?
Medizinisch spricht nichts dagegen, solange beide es wollen. Zu beachten ist, dass Blut das Übertragungsrisiko für einige Infektionen erhöht, weshalb ein Lecktuch hier sinnvoller ist als sonst. Eine Menstruationstasse hält die Situation übersichtlicher, ein Tampon eher nicht, weil das Bändchen im Weg ist. Ein dunkles Handtuch unter dem Kopf nimmt den Rest der Sorge.
Was mache ich bei verstopfter Nase oder Erkältung?
Verschieben. Wer unten liegt, atmet ohnehin überwiegend durch den Mund, und wenn die Nase als Reserve ausfällt, bleibt kein Spielraum mehr. Dazu kommt, dass Husten in dieser Position schlicht nicht funktioniert. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen eine Session einfach ausfällt.
Ist Facesitting automatisch BDSM?
Nein. Die Position erzeugt zwar ein Gefälle, aber viele Paare praktizieren sie ohne jede Rollenzuschreibung, einfach weil Oralsex so intensiver wird. Zu BDSM wird es dort, wo Rollen, Rituale oder Fesseln dazukommen. Die Sicherheitsregeln aus diesem Artikel gelten in beiden Fällen gleichermaßen.
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