CFNM, CMNF und CNC sind zwei verschiedene Arten von Kink-Abkürzung

CFNM heißt „clothed female, naked male“, CMNF heißt „clothed male, naked female“, CNC steht für „consensual non-consent“. Übersetzt ist ein Kürzel damit, verstanden noch nicht: Die ersten beiden beschreiben ein Bild, das dritte eine Absprache.

Dieser Decoder sortiert die gängigen Kürzel nach vier Ebenen, zeigt, welche Buchstaben in einer Kontaktanzeige etwas ganz anderes heißen, und benennt die Gruppe, die schlicht „ohne Kondom“ bedeutet.

Inhalt
  1. Was ein Kürzel überhaupt behauptet
  2. Vier Ebenen, vier Arten von Aussage
  3. CFNM und CMNF, oder wer angezogen bleibt
  4. CNC und der Unterschied zum Metakonsens
  5. So verhandelt ihr eine CNC-Szene
  6. SSC, RACK und PRICK, und woher sie kommen
  7. Kürzel, die eine Dynamik beschreiben
  8. Kürzel, die eine Praktik beschreiben
  9. Dieselben Buchstaben, verschiedene Welten
  10. Die Kürzel, die „ohne Kondom“ heißen
  11. Fünf Einträge, die so nicht stimmen
  12. Wenn du ein Kürzel nicht kennst
  13. Häufige Fragen

Was ein Kürzel überhaupt behauptet

Ein Kink-Kürzel übersetzt sich in zwei Sekunden und ist damit noch nicht verstanden. CFNM heißt „clothed female, naked male“, CMNF heißt „clothed male, naked female“, CNC steht für „consensual non-consent“. Das sagt dir, was die Buchstaben bedeuten, aber nicht, worüber die andere Person gerade spricht.

Denn CFNM und CMNF beschreiben ein Bild: Eine Person bleibt vollständig angezogen, die andere ist nackt. CNC beschreibt keine Situation, sondern eine Absprache darüber, wie in einer Szene mit Widerstand umgegangen wird. Das eine ist eine Bühnenanweisung, das andere ein Vertrag. Wer beides gleich behandelt, antwortet in einem Chat auf die falsche Frage.

Genau daran scheitern die großen Abkürzungslisten im deutschsprachigen Netz. Sie sortieren alphabetisch, stellen ein Rahmenwerk wie SSC neben eine Praktik wie CBT und eine Preisangabe aus einer Kontaktanzeige, und überlassen dir die Einordnung.

Vier Ebenen, vier Arten von Aussage

Jedes gebräuchliche Kürzel gehört zu genau einer von vier Ebenen, und die Ebene sagt dir, worüber die andere Person gerade spricht: über die Konsens-Regeln, über die Beziehung, über ein Bild oder über eine einzelne Handlung.

Vier Ebenen, vier Arten von Aussage 1. Rahmen und Konsens Frage: Wie ist der Konsens geregelt? Gilt: für alles, was ihr vereinbart SSC · RACK · PRICK · CNC 2. Dynamik Frage: Wer entscheidet, und wie lange? Gilt: über die einzelne Szene hinaus D/s · TPE · FLR · DDLG 3. Szenario Frage: Welches Bild stellen wir her? Gilt: für eine verabredete Szene CFNM · CMNF · SPH 4. Praktik Frage: Was passiert konkret? Gilt: für einzelne Handlungen CBT · TT · NS · FF · ES
CFNM und CMNF stehen auf Ebene 3, CNC auf Ebene 1. Deshalb ist die Frage nach CNC eine andere Art von Frage, obwohl alle drei gleich aussehen.

Diese Reihenfolge hat einen praktischen Nutzen im Gespräch. Wenn jemand im Profil ein Kürzel der Ebene 4 nennt, könnt ihr das für einen Abend ausprobieren und danach anders entscheiden. Wenn jemand ein Kürzel der Ebene 2 nennt, beschreibt er, wie er leben will. Das lässt sich nicht für einen Abend testen.

CFNM und CMNF, oder wer angezogen bleibt

CFNM steht für „clothed female, naked male“: Die weibliche Seite bleibt angezogen, die männliche ist nackt. CMNF steht für „clothed male, naked female“ und dreht die Verteilung um. Beide Kürzel beschreiben ausschließlich, wer Kleidung anbehält, nicht wer dominiert und nicht, was danach passiert.

Der Reiz entsteht durch die Asymmetrie selbst. Nacktheit fällt kaum auf, wenn alle nackt sind. Sie wird erst spürbar, wenn eine Person angezogen daneben steht, bis hin zu Schuhen und Uhr. Die nackte Seite ist ausgeliefert, ohne dass jemand sie festhält, und die angezogene Seite muss dafür nichts tun außer bleiben, wie sie ist. Das macht CFNM und CMNF zu einem der wenigen Szenarien, die ohne jedes Werkzeug funktionieren.

In der Praxis verschiebt sich die Aufmerksamkeit dabei stark auf den Blick. Wer nackt vor einer angezogenen Person steht, spürt jede Sekunde, in der geschaut wird, und jede, in der nicht geschaut wird. Wenn dir das zu direkt ist, hilft eine Augenbinde auf der nackten Seite mehr als auf der angezogenen: Sie nimmt dir nicht den Blick der anderen Person, aber deine Kontrolle darüber, wann er kommt.

Die angezogene Seite trifft dabei eine Entscheidung, die oft unterschätzt wird. Alltagskleidung erzeugt eine andere Szene als bewusst gewählte Kleidung, weil sie das Gefälle beiläufig aussehen lässt statt inszeniert. Wer die Wirkung verstärken will, greift eher zu Fetisch-Kleidung mit klarer Silhouette.

Schwarzer Wetlook-Body mit durchgehendem Reißverschluss
Wetlook-Body mit 2-Wege-Reißverschluss

Für die angezogene Seite: Der Body bleibt geschlossen, während gegenüber nichts mehr bleibt. Der Reißverschluss läuft vom Kragen durch den Schritt bis zum Po und hat zwei Schieber, deshalb lässt sich oben oder unten einzeln öffnen, ohne dass die Asymmetrie kippt.

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Häufig laufen CFNM und CMNF zusammen mit einer Machtdynamik, zwingend ist das nicht. Die Kürzel sagen darüber nichts aus. Wenn dich das Gefälle interessiert und weniger das Bild, gehört ins Gespräch ein zweites Kürzel dazu, und das findest du weiter unten in der Tabelle zur Dynamik.

CNC und der Unterschied zum Metakonsens

CNC steht für „consensual non-consent“ und meint eine Szene, in der Nicht-Einverständnis gespielt wird: Widerstand, Überwältigung, ein Nein, das im Spiel nicht gilt. Vereinbart wird das vorher, im Detail und im nüchternen Zustand. Das gespielte Nein ersetzt den Konsens nicht, es setzt ihn voraus.

Die deutschsprachigen Quellen bringen an dieser Stelle zwei Dinge durcheinander, die praktisch weit auseinanderliegen. Die deutsche Wikipedia führt CNC unter dem Stichwort Metakonsens und beschreibt dort, dass bewusst auf die Möglichkeit verzichtet wird, das Spiel per Safeword zu beenden. Das ist eine mögliche, aber seltene und deutlich riskantere Sonderform. Die übliche CNC-Szene hat sehr wohl einen Ausstieg, sie legt ihn nur außerhalb der Sprache.

Denn das Wort „Stopp“ ist in einer Szene, deren ganzer Inhalt das Nein ist, als Signal unbrauchbar. Gearbeitet wird deshalb mit einem Wort, das in der Szene nicht vorkommt, und zusätzlich mit einem körperlichen Zeichen für den Fall, dass Sprechen nicht möglich ist. Ein Knebel und CNC in derselben Szene bedeuten daher zwingend, dass das Abbruchsignal vorher auf etwas anderes als die Stimme gelegt wurde.

Schwarze Handfesseln mit weicher Fellinnenseite
TieMeUp Handfesseln mit weichem Fell

In CNC-Szenen wird gegen die Fesselung gearbeitet und nicht stillgehalten. Genau dort scheuern harte Manschetten am Handgelenk. Das Kunstfell innen und die vier Verstellpositionen sind hier kein Komfortthema, sondern die Voraussetzung dafür, dass Gegenwehr überhaupt Teil des Spiels sein darf.

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Eine Vorabzusage schützt rechtlich weniger weit, als es in Foren dargestellt wird. In Österreich macht § 90 Abs. 1 StGB eine Körperverletzung nur dann straflos, wenn zwei Bedingungen zugleich erfüllt sind: Die verletzte Person hat eingewilligt, und die Verletzung verstößt nicht gegen die guten Sitten. In Deutschland zieht § 228 StGB dieselbe Doppelbedingung. Eine Einwilligung ist damit kein Freibrief, und sie lässt sich jederzeit widerrufen, auch mitten in der Szene.

So verhandelt ihr eine CNC-Szene

Die Verhandlung findet an einem anderen Tag statt als die Szene, mit Kleidung, ohne Alkohol. Fünf Punkte müssen dabei entschieden sein, sonst wird nicht gespielt.

  1. Der Auslöser. Beginnt die Szene mit einem Satz, einer Geste oder zu einer verabredeten Uhrzeit? Und darf sie überraschend anfangen, oder nur an einem Abend, den ihr vorher benannt habt?
  2. Das Abbruchsignal. Ein Wort, das im Rollenspiel nicht vorkommt, plus ein Zeichen ohne Stimme. Bewährt hat sich ein Gegenstand in der Hand, der fallen gelassen wird, weil er auch dann noch funktioniert, wenn die Hände gefesselt sind.
  3. Die harten Grenzen. Was passiert auf keinen Fall, egal wie die Szene läuft. Schläge ins Gesicht, Würgen und alles, was Spuren hinterlässt, gehören hier ausdrücklich beantwortet.
  4. Der Ort und die Zeugen. Wer könnte etwas hören und deshalb eingreifen? Nachbarn, Mitbewohner und dünne Wände sind bei CNC kein Nebenthema.
  5. Das Danach. Wie lange bleibt ihr zusammen, wer redet zuerst, und was ist, wenn die Reaktion erst am nächsten Tag kommt. Bei CNC fällt der Absturz häufiger verzögert aus als bei anderen Spielarten.

Wenn einer dieser fünf Punkte unbeantwortet bleibt, weil er unangenehm ist, ist das die Antwort. Eine Szene, über die ihr angezogen nicht sprechen könnt, tragt ihr auch nackt nicht.

SSC, RACK und PRICK, und woher sie kommen

Diese drei Kürzel beantworten dieselbe Frage auf drei Arten: Woran erkennt man, dass eine Praxis vertretbar ist? Sie stehen nicht für Techniken, sondern für Haltungen, und deshalb findest du sie in Profilen dort, wo jemand seine Grundeinstellung angibt.

SSC steht für „safe, sane, consensual“. Der Satz stammt von david stein, der ihn für die New Yorker Gruppe Gay Male S/M Activists formulierte, und war als Mindeststandard gedacht, mit dem sich einvernehmliche Praxis von Missbrauch abgrenzen ließ. RACK heißt „risk-aware consensual kink“ und wurde 1999 von Gary Switch auf der Mailingliste der Eulenspiegel Society vorgeschlagen, weil „safe“ im Alltagsgebrauch mit „risikofrei“ verwechselt wurde. Sein Argument: Nichts ist zu hundert Prozent sicher, nicht einmal eine Straßenüberquerung, und die Aufgabe besteht darin, das Risiko zu kennen und zu verkleinern. PRICK ergänzt „personal responsibility“ und verschiebt die Verantwortung ausdrücklich auf jede beteiligte Person einzeln. Nachlesbar ist die Entstehung in der Darstellung zu RACK.

Für dich im Gespräch heißt das: SSC im Profil deutet eher auf ein Gegenüber, das klare Ausschlüsse formuliert. RACK deutet auf jemanden, der Risiken benennen und trotzdem eingehen will. Kein Kürzel davon hat eine rechtliche Wirkung, keines ersetzt die Absprache. Wie die Prinzipien im Detail funktionieren, steht im Einstiegsartikel zu BDSM.

Kürzel, die eine Dynamik beschreiben

Diese Kürzel sagen, wer entscheidet und über welchen Zeitraum. Sie beschreiben eine Beziehungsform, nicht eine Handlung, und werden deshalb in Profilen meist als Erstes genannt.

KürzelSteht fürWas es tatsächlich beschreibtReichweite
D/sDominance / submissionEin verabredetes Machtgefälle. Die Schreibweise mit großem D und kleinem s ist Absichtvon einer Szene bis dauerhaft
TPETotal Power ExchangeDie Entscheidungsgewalt wird über den sexuellen Bereich hinaus übergeben, inklusive Alltagdauerhaft
FLRFemale Led RelationshipBeziehung, in der die Frau die Führung hat. Nicht zwingend mit Sexualität verknüpftdauerhaft
DDLG / CGLDaddy Dom / Little Girl, Caregiver / LittleFürsorge-Dynamik zwischen Erwachsenen mit BetreuungsrollenSzene oder Alltag
24/724 Stunden am Tag, sieben Tage die WocheDie Dynamik hat keine Session-Grenze. Sagt nichts über die Häufigkeit von Sex ausdauerhaft
dom · sub / devdominant, submissiv beziehungsweise devotDie häufigsten Kürzel überhaupt. Sie benennen die Rolle im Machtgefälle, sonst nichtsje nach Absprache
Top · Bottomkein AkronymWer handelt und wer empfängt. Sagt nichts über die Macht aus, ein Service Top handelt, ohne zu bestimmenSzene
Switchkein AkronymPerson, die je nach Situation die dominante oder die devote Seite übernimmtje nach Absprache
SAMSmart Ass MasochistDevote Seite, die Regeln bewusst bricht, um eine Reaktion auszulösenSzene

Ein Halsband gehört in dieser Ebene zu den wenigen Gegenständen mit fester Bedeutung: In vielen Kreisen zeigt es eine bestehende Bindung an und wird nicht beiläufig getragen. Wenn dich die dauerhafte Variante des Machtgefälles interessiert, ist Keuschheit ein häufiger Baustein, und die passenden Produkte findest du bei den Peniskäfigen und den Keuschheitsgürteln.

Kürzel, die eine Praktik beschreiben

Hier wird es konkret: Diese Kürzel benennen eine einzelne Handlung. Sie sind die größte Gruppe, sie sind am leichtesten zu verwechseln, und sie sagen nichts über die Beziehung aus, in der sie stattfinden.

KürzelSteht fürBedeutungWo du weiterliest
CBTCock and Ball TortureReizsetzung an Penis und Hoden, von Druck bis KlemmenCBT-Toys
TTTit TortureReizsetzung an Brust und BrustwarzenNippelklemmen
NS / WSNatursekt, WatersportsSpiel mit UrinBDSM-Übersicht
FFFist FuckFisting, vaginal oder analFisting-Gel
ES / E6ElektrosexStimulation über schwache StromimpulseElektrosex
BCBreath ControlEinschränkung der Atmung. Bewusstlosigkeit tritt dabei ohne Vorwarnung einbewusst kein Produktlink, eigener Ratgeber folgt
SPHSmall Penis HumiliationVerbale Erniedrigung mit Bezug auf die PenisgrößePeniskäfige
UDUmschnalldildoDildo mit Harness, Grundlage für PeggingPegging-Anleitung
LL / LLLLack und Leder, mit LatexMaterialfetisch, meist als KleidungsangabeFetisch-Kleidung
RSRollenspieleSammelbegriff, sagt für sich genommen wenigPet Play als eine Variante
DWTDamenwäscheträgerMann, der Damenwäsche trägtCrossdressing

Ein Kürzel aus dieser Tabelle im Profil ist eine Einladung zum Nachfragen, keine Zusage. Wer NS angibt, meint damit womöglich ausschließlich die Dusche, und wer CBT nennt, kann leichten Druck oder das ganze Spektrum meinen. Die Bandbreite innerhalb eines Kürzels ist größer als der Unterschied zwischen zwei Kürzeln.

Dieselben Buchstaben, verschiedene Welten

Ein Teil der Kürzel, die dir begegnen, kommt gar nicht aus der Kink-Szene, sondern aus Kontaktanzeigen der Sexarbeit oder aus Porno-Kategorien. Mehrere Buchstabenfolgen existieren in beiden Welten mit völlig unterschiedlicher Bedeutung, und die großen Sammellisten führen sie ohne Trennung nebeneinander.

KürzelIn Szene- und NetzspracheIn der KontaktanzeigeVerwechslungsgefahr
FSFacesittingFull Service, also das Gesamtangebothoch, weil beides sexuell gemeint ist
DSD/s, das MachtgefälleDildospielehoch, weil beide Schreibweisen vorkommen
FAFat AdmirerFinger analhoch
POVPoint of View, die Kamera-Perspektive„penis on vagina“ als Porno-Kategoriemittel
AOin der Szene unüblichalles ohne, also ohne Kondomsehr hoch, siehe nächstes Kapitel

Die Mehrfachbedeutungen sind keine Erfindung von Foren, sie sind dokumentiert. Die Wikipedia-Liste zu Abkürzungen in der Sexarbeit führt sie für den kommerziellen Kontext getrennt auf und ist für diese Seite des Vokabulars die verlässlichste Quelle.

Die praktische Regel: Herkunft der Plattform schlägt Wörterbuch. Auf einem Fetisch-Portal meint DS die Dynamik, in einer Anzeige mit Preisangabe meint es die Dildospiele. Wenn beides denkbar ist, fragst du nach, statt zu raten.

Die Kürzel, die „ohne Kondom“ heißen

Eine ganze Gruppe geläufiger Kürzel bedeutet schlicht ungeschützten Verkehr, und das steht in kaum einer Übersetzungsliste dabei. AO heißt „alles ohne“, AO total schließt die Aufnahme von Sperma ein, BB steht für bareback, GVO und AVO stehen für vaginalen beziehungsweise analen Verkehr ohne Kondom, FO und FT für Oralverkehr ohne.

Diese Kürzel sind keine Vorliebe im Sinne der übrigen Tabellen. Sie beschreiben eine Risikoentscheidung, und zwar für beide Seiten. Wirksam vor einer HIV-Übertragung schützen laut Deutscher Aidshilfe drei Wege: Kondome oder Innenkondome, eine wirksame HIV-Therapie der positiven Person, und PrEP als Medikament für die negative Person. Alle drei schützen vergleichbar gut vor HIV, aber nur das Kondom senkt zugleich das Risiko für andere sexuell übertragbare Infektionen.

Beim Analverkehr und bei trockener Scheide empfiehlt die Aidshilfe zusätzlich reichlich fettfreies Gleitmittel, weil Verletzungen und Kondomschäden dort die eigentliche Ursache für Übertragungen sind. Wer ein Ohne-Kürzel liest und trotzdem geschützt bleiben will, verhandelt daher nicht über Vorlieben, sondern über eine dieser drei Methoden.

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Ein dünnes Kondom aus biologisch gewonnenem Latex mit sechseckig strukturierter Innenseite, die für engeren Sitz sorgt. Wichtig ist bei jedem Modell dasselbe: passende Größe und fettfreies Gleitmittel. Weitere Varianten stehen bei den Kondomen.

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Fünf Einträge, die so nicht stimmen

Die reichweitenstärkste deutschsprachige Abkürzungsliste enthält Einträge, die sachlich falsch sind. Diese fünf begegnen dir häufig genug, um sie zu kennen.

So steht es in ListenSo ist es richtig
24/7 bedeutet, rund um die Uhr Sex zu haben24/7 beschreibt eine Dynamik ohne Session-Grenze. Über die Häufigkeit von Sex sagt es nichts, viele 24/7-Konstellationen drehen sich um Regeln und Rituale im Alltag
SFW heißt, der Arbeitsplatz ist für Sex geeignetSFW heißt „safe for work“, also unverfänglich genug, um es im Büro zu öffnen. Es ist das Gegenteil von NSFW
BB ist ein Blowjob mit PiercingBB steht für bareback, also ohne Kondom. Die Piercing-Deutung gehört zu keinem gebräuchlichen Kürzel
Facesitting bedeutet, dass die Frau auf dem Gesicht des Mannes sitztFacesitting beschreibt eine Position, keine Geschlechterverteilung. Sie funktioniert in jeder Konstellation
Cuckold heißt betrogener EhemannCuckold beschreibt eine abgesprochene Konstellation. „Betrogen“ schließt das Einverständnis begrifflich aus, und Demütigung ist ein optionaler Bestandteil, kein Definitionsmerkmal

Wenn du ein Kürzel nicht kennst

Nachfragen kostet nichts und ist in der Szene der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wer auf eine sachliche Frage nach der Bedeutung gereizt reagiert, hat dir bereits die wichtigste Information über sich gegeben.

Zwei Formulierungen decken fast alle Fälle ab. Für die Bedeutung: „Ich kenne das Kürzel nicht sicher genug, um darauf zu antworten. Was heißt es bei dir konkret?“ Der Zusatz „bei dir“ ist entscheidend, weil du damit nach der Bandbreite fragst und nicht nach dem Wörterbucheintrag. Für die Verbindlichkeit: „Das steht bei mir auf der Liste, aber nicht beim ersten Treffen.“ Damit sagst du zu und grenzt gleichzeitig ein, ohne dass daraus eine Absage wird.

Umgekehrt gilt für dein eigenes Profil: Ein Kürzel dort ist eine Ansage, keine Bestellung. Wenn du drei Ebenen mischst, also Rahmenwerk, Dynamik und Praktik nebeneinander schreibst, liest die andere Seite meist nur die unterste Ebene. Wer eine Dynamik sucht, schreibt sie deshalb an den Anfang.

Vom Kürzel zur Praxis

Fang bei den Grundlagen an statt bei der Ausrüstung. Der Einstiegsartikel erklärt Rollen, Safewords und die ersten Schritte, und die Bondage-Kategorie deckt ab, was in den meisten Szenen dieser Liste vorkommt.

Zum BDSM-Einstieg Zu den Sex-Fesseln

Häufige Fragen

Warum gibt es überhaupt so viele Kürzel?

Die meisten stammen aus einer Zeit, in der Kontaktanzeigen pro Zeichen bezahlt wurden und Foren-Profile eine Zeichenbegrenzung hatten. Kurzform war eine Kostenfrage. Später kam ein zweiter Grund dazu: Ein Kürzel lässt sich in einem öffentlichen Profil unterbringen, ohne dass jeder Vorbeisurfende sofort weiß, worum es geht.

Was ist der Unterschied zwischen Kink und Fetisch?

Kink ist der Sammelbegriff für alles, was von der gängigen Vorstellung von Sex abweicht. Ein Fetisch ist enger gefasst: Erregung, die an einen bestimmten Gegenstand, ein Material oder ein Körperteil gebunden ist. Jeder Fetisch ist ein Kink, aber längst nicht jeder Kink ist ein Fetisch.

Was bedeuten Soft Limits und Hard Limits?

Hard Limits sind Handlungen, die unter keinen Umständen stattfinden. Sie sind nicht verhandelbar und werden auch nicht nach und nach aufgeweicht. Soft Limits sind Dinge, die grundsätzlich möglich sind, aber Bedingungen haben, etwa nur mit Vorwarnung, nur nüchtern oder nur an bestimmten Tagen.

Was ist eine Checkliste, von der in Profilen die Rede ist?

Gemeint ist eine standardisierte Liste mit oft mehreren hundert Praktiken, die beide Seiten getrennt ausfüllen und danach vergleichen. Der Nutzen liegt weniger in den Treffern als in den Zeilen, bei denen eine Seite ein klares Nein gesetzt hat. Wer eine Checkliste im Profil erwähnt, signalisiert damit meist, dass er strukturiert verhandeln will.

Sind Angaben im Profil verbindlich?

Nein, und zwar in beide Richtungen. Wer eine Praktik angegeben hat, darf sie im Einzelfall ablehnen, ohne das zu begründen. Und wer aus einer Angabe einen Anspruch ableitet, ist der Grund, warum viele Profile inzwischen deutlich weniger preisgeben als vor zehn Jahren.

Was heißt „vanilla“?

Vanilla bezeichnet Sexualität ohne Kink-Elemente. Der Begriff ist in der Szene nicht abwertend gemeint, sondern beschreibend, ähnlich wie eine Geschmacksrichtung. In Profilen taucht er meist in der Formulierung auf, dass jemand auch vanilla kann oder ausdrücklich nicht sucht.

Gibt es Kürzel, bei denen Vorsicht angebracht ist?

Ja, und zwar aus zwei verschiedenen Gründen. BC für Breath Control und alles, was mit Würgen zu tun hat, birgt ein Risiko, das sich durch Erfahrung nicht wegtrainieren lässt. Und Formulierungen, die einen Verzicht auf das Safeword ankündigen, gehören nicht in ein erstes Gespräch mit einer fremden Person, egal wie sie abgekürzt werden.

Wo kann ich nachschlagen, wenn ein Kürzel hier fehlt?

Für den kommerziellen Bereich ist die Wikipedia-Liste zu Abkürzungen in der Sexarbeit die zuverlässigste Quelle, weil sie Mehrfachbedeutungen ausweist statt sie zu glätten. Für Szene-Vokabular führen die großen Fetisch-Plattformen eigene Glossare, deren Einträge allerdings regional stark schwanken. Bei einem Kürzel, das du nirgends findest, ist es meist eine plattforminterne Erfindung.

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