Inhalt
- Was eine Fetischparty ist
- Fetischparty, Sexparty oder Swingerclub
- Wie du eine Party findest, die zu dir passt
- Warum die Tür so streng ist
- Der Dresscode und was ihn erfüllt
- Die fünf Zonen und ihre Regeln
- Ansprechen, ablehnen, abbrechen
- Zusehen, ohne zu stören
- Was das Fotoverbot rechtlich bedeutet
- Safer Sex und Hygiene vor Ort
- Alkohol und die Frage der Zustimmung
- Was in die Tasche gehört
- Der Abend selbst
- Der Tag danach
- Vier Annahmen, die nicht stimmen
- Häufige Fragen
Was eine Fetischparty ist
Eine Fetischparty ist eine Veranstaltung für Erwachsene mit verbindlichem Dresscode, kontrollierter Tür und schriftlichen Verhaltensregeln, auf der Fetisch- und BDSM-Interessen sichtbar ausgelebt werden dürfen. Sie ist kein Nachtclub mit strengerem Türsteher, sondern ein Raum mit eigenem Regelwerk, das du vor dem Kauf des Tickets lesen kannst und auch lesen solltest.
Der wichtigste Unterschied zu jeder anderen Party liegt in der Erwartungshaltung. Auf einer normalen Tanzveranstaltung ist Anbaggern erlaubt und Ablehnen unangenehm. Hier ist es umgekehrt: Fragen ist Pflicht, ein Nein kostet nichts, und wer nach dem Nein weiterfragt, fliegt.
Die Bandbreite reicht von 30 Gästen in einem Studio bis zu mehreren Hundert in einer Halle. Was tatsächlich erlaubt ist, entscheidet aber nicht die Größe, sondern die Hausordnung, und die liest sich bei zwei Partys in derselben Stadt oft völlig unterschiedlich.
Fetischparty, Sexparty oder Swingerclub
Die Begriffe werden im Netz durcheinandergeworfen, die Veranstaltungen sind aber sehr verschieden. Wer eine Fetischparty erwartet und in einem Swingerclub landet, ist genauso falsch wie umgekehrt.
| Format | Dresscode | Sex vor Ort | BDSM-Spiel | Für den ersten Besuch |
|---|---|---|---|---|
| Fetischparty | Streng, wird an der Tür geprüft | Je nach Haus, oft in eigenen Räumen | Ja, meist mit Möbeln vor Ort | Gut, wenn du zuerst nur schauen willst |
| Sexpositive Party | Locker bis mittel, viel nackte Haut | Ja, offen eingeplant | Selten, eher weiche Varianten | Gut, wenn Konsenskultur dein Thema ist |
| Swingerclub | Meist Bademantel oder elegant | Ja, ist der Zweck | Nein | Nur wenn du Partnertausch suchst |
| Play Party | Bequem, Spielkleidung | Oft ausgeschlossen | Ja, ist der Zweck | Erst mit etwas Vorerfahrung |
| Munch oder Stammtisch | Alltagskleidung | Nein | Nein | Der sanfteste Einstieg überhaupt |
Der Munch ist der unterschätzte Startpunkt: ein Treffen im Lokal, bei Kaffee, ohne jede körperliche Komponente. Du lernst dort Menschen kennen, die später auf derselben Party sind, und gehst nicht mehr als völlig fremde Person durch die Tür. In Wien erfüllen die Abende der offenen Tür im Séparée dieselbe Aufgabe: hingehen, die Räume ansehen, reden, ohne dass daraus eine Verabredung wird. Wer die Spielarten dahinter erst noch einordnen will, findet sie in unserem Überblick zu BDSM, seinen Spielarten und Rollen.
Wie du eine Party findest, die zu dir passt
Such nicht nach der größten Party, sondern nach der, deren Regelwerk du vollständig gelesen hast. Seriöse Veranstalter stellen Dresscode, Verhaltensregeln und Ablauf vor dem Ticketkauf online. Fehlt eines davon, ist das kein Detail, sondern die Antwort.
Praktisch findest du Termine über die Eventkalender der Communityportale, allen voran JOYclub und FetLife, mit starkem Österreich-Bezug außerdem FETISHPOINT, über die Websites der Clubs selbst und über lokale Kollektive, die ihre Partys nur an Mitglieder verkaufen. Der letzte Weg ist der langsamste und meistens der beste, weil die Gästeliste kuratiert ist.
Achte beim Lesen auf drei Dinge, die viel über den Abend verraten: ob ein Awareness- oder Wachteam namentlich benannt wird, ob es einen ausdrücklichen Umgang mit Regelverstößen gibt, und ob eine Einführung für neue Gäste angeboten wird. Wo alle drei stehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Regeln auch durchgesetzt werden.
Am ruhigen Ende der Skala stehen sehr kleine Formate. Das Séparée in Wien veranstaltet zum Beispiel Partys für sechs bis zwölf Personen sowie Workshops und Bondage-Kurse. In München, Berlin und Zürich gibt es dieselben Formate in eigener Ausprägung.
Warum die Tür so streng ist
Die Türpolitik existiert, um Gaffer draußen zu halten. Sobald Menschen im Raum sind, die nur schauen wollen und die Regeln nicht mittragen, kippt die Stimmung für alle anderen, und genau deshalb wird ein Outfit kontrolliert, das an einer normalen Clubtür niemanden interessieren würde.
Rechne mit einer Anmeldung vorab statt einer Abendkasse, mit einer Ausweiskontrolle wegen der Altersgrenze und mit einer kurzen Regelbelehrung im Eingangsbereich. Manche Häuser lassen dich eine Hausordnung unterschreiben. Das ist kein Misstrauen dir gegenüber, sondern die Grundlage dafür, dass das Team jemanden auch tatsächlich hinauswerfen kann.
Abgewiesen wird fast immer aus einem von zwei Gründen: unpassendes Outfit oder auffälliger Alkoholpegel. Wenn du unsicher bist, ob dein Outfit reicht, schick dem Veranstalter vorher ein Foto. Die Antwort kommt meist schnell und freundlich, denn eine Absage per Nachricht macht deutlich weniger Arbeit als eine Diskussion um ein Uhr nachts.
Der Dresscode und was ihn erfüllt
Der Dresscode fragt nicht, wie teuer dein Outfit war, sondern ob du dich sichtbar entschieden hast. Ein einfaches Netzshirt mit Harness und Stiefeln erfüllt ihn, ein teures schwarzes Kleid aus der Basics-Abteilung nicht.
| Geht | Geht nicht | Warum |
|---|---|---|
| Latex, Lack, Leder, PVC, Kunstleder | Jeans, Pullover, Poloshirt | Material ist das eindeutigste Signal, dass du dich vorbereitet hast |
| Harness, Korsett, Korsage, Straps | Normale Unterwäsche allein | Konstruktion und Riemenführung machen den Unterschied zum Alltag |
| Netz und Mesh, auch als einzige Schicht | Reguläre Sportkleidung | Transparenz ist Teil des Codes, Funktionsstoff ist Freizeit |
| Uniform, Frack, Smoking, Burlesque, Edel-Goth | Faschingskostüm aus dem Diskonter | Verkleidung wird als Verhöhnung gelesen, Stilisierung nicht |
| Masken, Halsbänder, lange Handschuhe, Stiefel | Abgelaufene Sneaker zum Outfit | Accessoires tragen ein einfaches Outfit über die Schwelle |
| Nackt oder fast nackt, wo das Haus es erlaubt | Alltagskleidung mit einem Accessoire | Ein Halsband über dem Straßenhemd wirkt wie ein halber Versuch |
Für den ersten Besuch reicht eine kleine Kombination aus zwei Teilen und einem Accessoire. Ein Harness ist dafür das dankbarste Kleidungsstück, weil er über einem schlichten Oberteil oder auf der Haut funktioniert, sich an unterschiedliche Körper anpassen lässt und in jede Tasche passt.
Brustharness aus Büffelleder mit mehreren Schnallenverschlüssen, dadurch vielfach größenverstellbar und auch bei Bewegung stabil. Genau das, was ein Outfit für den ersten Abend braucht: anpassbar, ohne Konfektionsgröße, und über eigener Kleidung tragbar.
Zum ProduktWer mehr Fläche will, findet die Materialrichtungen getrennt sortiert unter Latex-Dessous, Lack und Leder und in der breiteren Fetisch-Kleidung. Harnesse gibt es getrennt für Frauen und Männer, Accessoires unter Halsbänder.
Outfit-Bausteine für den ersten Abend
Zieh dich nicht zu Hause komplett an. Fast jede Location hat Umkleiden und Spinde, und der Weg im Latexoverall durch die Straßenbahn kostet Nerven, die du am Abend brauchst.
Die fünf Zonen und ihre Regeln
Fast jede Location ist in Zonen aufgeteilt, und in jeder Zone gilt eine andere Regel. Wer diese Aufteilung einmal verstanden hat, bewegt sich vom ersten Abend an sicher.
Der Grund für die strengste Regel im Spielbereich ist unspektakulär: Wer mitten durch eine laufende Szene geht, unterbricht eine Konzentration, deren Aufbau die Beteiligten zwanzig Minuten gekostet hat. Der Umweg außen herum ist deshalb keine Höflichkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass überhaupt jemand dort spielt.
Ansprechen, ablehnen, abbrechen
Fast jeder Ratgeber schreibt „kommuniziere klar“ und lässt dich dann allein. Hilfreicher sind fertige Sätze, die du im lauten Raum sagen kannst, ohne nachzudenken, und die eine Antwort leicht machen, auch die ablehnende.
| Situation | Was du sagst | Warum es funktioniert |
|---|---|---|
| Jemanden an der Bar ansprechen | „Ich bin heute zum ersten Mal hier. Hast du Lust auf ein Gespräch, oder passt es gerade nicht?“ | Gibt ein Nein als gleichwertige Antwort mit. Der Hinweis auf den ersten Besuch ist in dieser Szene ein Türöffner, kein Makel |
| Nähe anbieten | „Ich finde dich anziehend. Wäre eine Berührung an der Schulter in Ordnung?“ | Benennt genau eine Stelle statt einer vagen Absicht |
| Ablehnen | „Danke, nein.“ | Zwei Wörter, keine Begründung. Eine Begründung lädt zum Verhandeln ein |
| Ein Nein hören und weitergehen | „Alles gut, schönen Abend dir.“ | Beendet die Situation, ohne der anderen Person ein schlechtes Gefühl zu lassen |
| Beim Zusehen fragen | „Darf ich hier stehen bleiben und zuschauen?“ | Die Frage geht an die Person, die spielt, nicht an das Publikum |
| Mittendrin abbrechen | „Stopp. Ich brauche eine Pause.“ | Ein Wort, das jeder versteht, unabhängig vom vereinbarten Safeword |
| Hilfe holen | „Kannst du kurz mitkommen, mir ist etwas unangenehm.“ | Reicht dem Awareness-Team völlig aus, du musst nichts belegen |
Achte auch auf ein Ja, das dir nicht abgenommen wird. Wer zögert, auf den Boden schaut oder mit einer Gegenfrage antwortet, sagt Nein in höflicher Verpackung, und ein Ja nach dem dritten Nachfragen ist ohnehin keins. Gib der Person in dem Fall den Ausstieg: „Klingt nach einem anderen Abend, das ist völlig okay.“
Zusehen, ohne zu stören
Zusehen ist erlaubt und ausdrücklich Teil des Abends, es hat aber eine Form. Konkret heißt das: rund zwei Meter Abstand zur Szene, kein Blickkontakt zu der Person, die gerade in einer Rolle ist, und auch keine anerkennenden Zurufe, weil sie beide Beteiligte aus der Szene holen. Wenn dir etwas gefallen hat, sag es später an der Bar, dort ist es ein Kompliment statt einer Störung.
Es gibt genau eine Situation, in der du eingreifen sollst: wenn jemand in Gefahr ist. Anzeichen sind blaue oder weiß-taube Finger bei Fesselungen, ein Kopf, der schlaff wird, oder eine Person, die ihr Safeword ruft und nicht gehört wird. Dann löst du nicht selbst die Fesseln, sondern holst das Awareness- oder Wachteam, das dafür ausgebildet ist und Schere und Erste-Hilfe-Material griffbereit hat. Wie riskant eine Praktik ist, hängt stark von der Technik ab; die Grundlagen stehen in unserem BDSM-Überblick.
Was das Fotoverbot rechtlich bedeutet
Auf jeder Fetischparty gilt ein absolutes Fotoverbot, und in Österreich ist das nicht bloß Hausrecht. Seit 1. Jänner 2021 stellt § 120a StGB die unbefugte Bildaufnahme des Intimbereichs unter Strafe.
Strafbar ist nach Absatz 1, wer absichtlich und ohne Einwilligung eine Bildaufnahme der Genitalien, der Schamgegend, des Gesäßes, der weiblichen Brust oder der diese Stellen bedeckenden Unterwäsche herstellt, sofern die Person diese Bereiche gegen Anblick geschützt hat oder sich in einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet. Der Strafrahmen liegt bei bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätzen. Wer eine solche Aufnahme weitergibt oder veröffentlicht, riskiert nach Absatz 2 bis zu zwölf Monate oder 720 Tagessätze. Verfolgt wird nur mit Ermächtigung der betroffenen Person, das Verfahren beginnt also mit deren Entscheidung.
Die zweite Norm, die im Zusammenhang mit Partys oft falsch zitiert wird, ist § 218 StGB. Dessen Absatz 2 stellt geschlechtliche Handlungen unter Strafe, die öffentlich und unter Umständen vorgenommen werden, die geeignet sind, durch unmittelbare Wahrnehmung berechtigtes Ärgernis zu erregen. Beide Voraussetzungen müssen zusammenkommen. Was „öffentlich“ heißt, definiert § 69 StGB: Eine Handlung wird nur dann öffentlich begangen, wenn sie unmittelbar von einem größeren Personenkreis wahrgenommen werden kann. Bei einer geschlossenen Veranstaltung mit Anmeldung, Türkontrolle und einem Publikum, das das Konzept vorher kennt, ist schon das „berechtigte Ärgernis“ schwer zu begründen.
Praktisch heißt das: kein Selfie in der Umkleide, weil im Hintergrund immer jemand steht. Und wenn dich jemand fotografiert, ist das kein Fall für eine Diskussion, sondern für das Team. Diese Angaben ordnen die Rechtslage ein und ersetzen keine Rechtsberatung.
Erfüllt den Dresscode und verdeckt gleichzeitig die halbe Gesichtspartie. Für alle, denen Diskretion wichtiger ist als Sichtbarkeit, ist eine Maske der einfachste Weg, beides zu haben. Weitere Formen findest du unter Venezianische Masken und BDSM-Masken.
Zum ProduktSafer Sex und Hygiene vor Ort
Auf einer Party teilst du dir Möbel und manchmal Körperflüssigkeiten mit Menschen, deren Status du nicht kennst. Die Konsequenz daraus ist unspektakulär: eigenes Material mitbringen, statt sich auf das Haus zu verlassen.
Die Deutsche Aidshilfe nennt drei gleichwertige Wege, eine HIV-Übertragung beim Sex zu verhindern: Kondome, die Schutzwirkung einer wirksamen HIV-Therapie und PrEP. Welcher davon für dich passt, klärst du vorher und nicht um drei Uhr früh. Gegen andere sexuell übertragbare Infektionen schützen Kondome und Lecktücher zusätzlich, wenn auch nicht vollständig, weil manche Erreger über Hautkontakt weitergegeben werden.
Für Oralverkehr an Vulva oder Anus sind Lecktücher das passende Mittel. Eine aufgeschnittene Frischhaltefolie ist kein Ersatz, sie ist nicht als Barriere geprüft und rutscht.
Latexfreie Lecktücher aus AT-10 Kunstharz, laut Hersteller als Medizinprodukt geführt und mit Haltebändern versehen. Passen flach in jede Tasche und lösen das Problem, das auf Partys am häufigsten ungelöst bleibt. Kondome liegen im Sortiment unter Kondome.
Zum ProduktBeim geteilten Mobiliar gilt eine einfache Reihenfolge: eigenes Handtuch unterlegen, nach dem Spiel die Fläche mit dem bereitgestellten Desinfektionsmittel abwischen, und die Einwirkzeit auf der Flasche einhalten statt sofort trockenzuwischen. Bei Andreaskreuzen, Bänken und Liegen ist das der Standard, den gute Häuser vorgeben und schlechte vergessen.
Eigene Toys bleiben eigene Toys. Ein Analplug oder ein Dildo, der ohne Kondom von einer Person zur nächsten wandert, ist der direkteste Übertragungsweg des Abends. Poröse Materialien lassen sich vor Ort ohnehin nicht sinnvoll reinigen, Silikon und Glas immerhin oberflächlich. Wer Gleitmittel mitnimmt, greift zu wasserbasiert, weil es Latex nicht angreift und sich aus Textilien wieder auswaschen lässt; die Auswahl steht unter Gleitgels.
Alkohol und die Frage der Zustimmung
Zustimmung setzt Urteilsfähigkeit voraus, und Alkohol reduziert genau die. Deshalb gilt auf gut geführten Partys eine Regel, die es im Nachtclub nicht gibt: Wer sichtbar betrunken ist, spielt nicht, auch wenn er oder sie es gerade will.
Das betrifft dich in zwei Rollen. Als Person, die gefragt wird, darfst du für dich entscheiden, ab wann du nichts mehr zusagst. Als Person, die fragt, trägst du die Verantwortung dafür einzuschätzen, ob dein Gegenüber überhaupt in der Lage ist, frei zu antworten. Im Zweifel ist die Antwort ein Nein, und zwar deins.
Praktisch bewährt sich, das Trinken auf den Teil des Abends zu legen, an dem du nichts mehr vorhast. Erst die Begegnungen, danach das Glas.
Was in die Tasche gehört
Eine kleine Tasche reicht, und sie erspart dir die drei Situationen, die den Abend regelmäßig verkürzen: falsche Schuhe, kein Handtuch, kein Schutz.
- Outfit und Wechselkleidung für den Heimweg, dazu flache Schuhe
- Eigenes Handtuch für jede Fläche, auf der du sitzt oder liegst
- Kondome und Lecktücher, auch wenn das Haus welche auslegt
- Wasserbasiertes Gleitmittel in kleiner Größe
- Feuchttücher und Desinfektionsgel für die Hände
- Bargeld, weil viele Locations an der Bar keine Karte nehmen
- Etwas zu essen für nach der Party, ein Riegel genügt
- Ladekabel oder Powerbank, damit der Heimweg gesichert ist
Wer eigene Spielsachen mitbringt, klärt vorher, was erlaubt ist. Fesseln, Peitschen und Klemmen sind auf den meisten Partys willkommen, Messer und alles mit Klinge fast nirgends. Das Sortiment dazu steht unter Sex-Fesseln und Peitschen.
Der Abend selbst
Komm früh, nicht spät. In der ersten Stunde ist es leerer, die Musik leiser, und das Team hat Zeit für Fragen. Wer um Mitternacht ankommt, betritt eine Party, die ihre Dynamik schon gefunden hat.
Geh die Räume einmal ganz ab, bevor du dich irgendwo hinsetzt: Toiletten, Wasser, Ruhezone, und woran das Team erkennbar ist. Auf vielen Partys tragen die Zuständigen ein Erkennungszeichen, häufig eine Lichterkette oder ein farbiges Band. Frag an der Kassa danach, das ist die normalste Frage des Abends.
Setz dir eine Untergrenze statt eines Ziels. Ein gelungener erster Abend kann daraus bestehen, drei Stunden zu bleiben und wieder zu gehen, ohne irgendjemanden berührt zu haben. Der zweite fühlt sich danach völlig anders an, weil der Raum dann bekannt ist.
Der Tag danach
Rechne ein bis zwei Tage später mit einem Stimmungstief, auch wenn der Abend schön war. Diese flache Phase nach viel Reiz und Nähe heißt in der Szene Drop, sie ist normal und geht vorbei. Kürzer wird sie, wenn du dir Schlaf gönnst und der Person, mit der du unterwegs warst, kurz schreibst.
Diskretion gilt auch am Tag danach und ohne Ablaufdatum. Wen du auf der Party gesehen hast, erzählst du niemandem, auch nicht als Anekdote ohne Namen, weil die Szene in jeder Stadt klein genug ist, dass sich Details zuordnen lassen.
Wenn du jemanden wiedersehen möchtest, nutze den Weg, den ihr vor Ort vereinbart habt. Ein Profil auf dem Portal anzuschreiben, über das die Party lief, ist in Ordnung. Jemanden über den Klarnamen im beruflichen Netzwerk zu suchen, ist es nicht, selbst wenn es leicht wäre.
Vier Annahmen, die nicht stimmen
Die Nervosität vor dem ersten Besuch speist sich fast immer aus denselben vier Annahmen.
| Annahme | Was tatsächlich gilt |
|---|---|
| „Dort wird von mir erwartet, dass ich mitmache.“ | Zuschauen und reden sind vollwertige Arten, den Abend zu verbringen. Ein erheblicher Teil der Gäste spielt an einem gegebenen Abend gar nicht. |
| „Ich müsste den ganzen Abend in einer Rolle bleiben.“ | Zwischen den Szenen wird an der Bar über Arbeit, Anreise und Musik geredet. Die Rolle gilt in der Szene, nicht im Raum, und niemand spricht dich durchgehend mit einem Titel an. |
| „Wenn ich einmal Ja gesagt habe, kann ich nicht mehr zurück.“ | Zustimmung ist jederzeit widerrufbar, mitten in der Szene und ohne Begründung. Genau dafür existiert das Safeword. |
| „Fotos sind halt verboten, aber es passiert trotzdem ständig.“ | Ein erwischtes Handy beendet den Abend sofort, und das Team hat dabei keinen Ermessensspielraum. Das ist der Punkt, an dem am zuverlässigsten durchgegriffen wird. |
Such dir zuerst einen Munch oder eine kleine Party in deiner Stadt und lies das komplette Regelwerk, bevor du das Ticket kaufst. Das Outfit ist danach die leichteste Übung.
Fetisch-Kleidung ansehenHäufige Fragen
Kann ich alleine auf eine Fetischparty gehen, auch als Mann?
Alleine kommen ist üblich, für Männer gelten aber häufiger Zusatzbedingungen. Viele Veranstalter verkaufen Single-Männern nur ein begrenztes Kontingent oder verlangen eine kurze Vorstellung im Vorfeld. Das steht in den Ticketbedingungen und ist kein Werturteil, sondern ein Instrument, um das Geschlechterverhältnis im Raum auszubalancieren.
Muss ich mich ausziehen?
Nein. Der Dresscode schreibt vor, dass du dich für ein Outfit entscheidest, nicht wie viel Haut du zeigst. Ein geschlossener Latexoverall, ein Frack oder ein hochgeschlossenes Lederkorsett erfüllen ihn genauso wie ein Harness auf nackter Haut. Wenn du merkst, dass dir die Blicke im Raum unangenehm werden, zieh eine Schicht an, dafür ist die Garderobe da.
Was mache ich, wenn ich jemanden treffe, den ich aus dem Alltag kenne?
Ihr seid beide aus demselben Grund da, und beide habt ihr dasselbe Interesse an Diskretion. Die übliche Lösung ist ein kurzer Blickkontakt und ein Nicken, das heißt: Ich habe dich gesehen, ich sage nichts. Wenn du dich unwohl fühlst, kannst du dich schlicht in einen anderen Raum bewegen. Ansprechen ist erlaubt, aber nur, wenn beide es wollen.
Darf ich eigene Toys mitbringen?
In der Regel ja, mit zwei Einschränkungen. Alles mit Klinge, offener Flamme oder Elektrizität ist auf vielen Partys ausgeschlossen oder braucht eine Freigabe, und dein Gepäck wird an der Tür möglicherweise angesehen. Prüf die Hausordnung vorher, dort steht meist eine ausdrückliche Liste. Wer eine Spielsession plant, packt außerdem eine eigene Sicherheitsschere ein.
Gibt es eine Altersgrenze oder Vorgaben zur Figur?
Nach unten ja, nach oben nein. Alle Veranstaltungen sind ab 18 Jahren, viele ab 21, und der Ausweis wird kontrolliert. Vorgaben zur Figur gibt es nicht und wären in dieser Szene auch schlecht angesehen. Was kontrolliert wird, ist ausschließlich das Outfit.
Sind Fetischpartys queer- und trans-freundlich?
Das unterscheidet sich stark und lässt sich vorher herausfinden. Achte darauf, wie die Ankündigung formuliert ist: Steht dort „Paare und Single-Frauen“, richtet sich die Party an ein heterosexuelles Publikum. Steht dort „all genders“ oder werden Pronomen auf dem Namensschild angeboten, ist das ein verlässliches Signal. Queere Kollektive veranstalten in den meisten größeren Städten eigene Reihen.
Was mache ich, wenn ich mitten in der Nacht gehen will?
Du gehst. Niemand erwartet eine Verabschiedungsrunde, und ein früher Aufbruch wird nicht kommentiert. Sag nur der Person kurz Bescheid, mit der du gekommen bist, und plane den Heimweg schon beim Hinweg. Wer mit dem Gefühl geht, es war genug, hat den Abend richtig beendet.
Kann ich als Anfänger im Spielbereich mitmachen?
Möglich ist es, sinnvoll selten. Eine Szene mit einer Person, die du seit zwanzig Minuten kennst, in einem lauten Raum und mit Publikum, ist die schwierigste denkbare Ausgangslage. Besser ist der Weg über einen Workshop oder eine angeleitete Einführung, wie sie viele Veranstalter am frühen Abend anbieten.





